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Südwest Presse: Kommentar zum Saarland

    Ulm (ots) - Nun bahnt sich also wieder eine historische Wende in der deutschen Politik an. Das Votum der Grünen für Koalitionsverhandlungen mit Schwarz und Gelb im Saarland eröffnet ein neues Kapitel in der Farbenlehre der deutschen Parteienlandschaft. Das kann man nur begrüßen, solange dahinter grundsätzliche inhaltliche Überlegungen stecken, das Kräfteverhältnis in Deutschland perspektivisch um eine Option zu erweitern. Um Inhalte aber ging es den Grünen im Saarland am Ende nicht mehr. Zwar waren ihnen CDU und FDP bis zur Selbstaufgabe entgegengekommen. Ob Abschaffung der Studiengebühren, längeres gemeinsames Lernen, Rauchverbot oder Atomausstieg: Alles war recht, um die Grünen ins Boot nach Jamaika zu locken. Grünen-Chef Hubert Ulrich durfte das zu Recht als taktische Meisterleistung verbuchen. Begeistert einsteigen aber wollte die grüne Mehrheit trotzdem nicht. Denn auch im Saarland ist die grüne Seele eher rot. Dass die sich perspektivisch schwarz-gelb färben lässt, weil der durch seinen Wahlkampf verhasste Oberlinke Oskar Lafontaine eine Art Rückkehr an die Saar androht, das darf bezweifelt werden. Im Gegenteil: Je heftiger eine mächtige Opposition aus Sozialdemokraten und Linken die rote Seele vieler Saar-Grüner bearbeitet, desto eher wird es die Partei zerreißen. Nach der SPD wäre das der zweite Streich des Populisten Lafontaine.

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