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Südwest Presse: Kommentar zum Literatur-Nobelpreis

    Ulm (ots) - Nun haben die Nobelpreis-Favoriten-Barometer, die den Namen Herta Müller in den letzten Tagen plötzlich ganz weit oben präsentierten, doch ausnahmsweise einmal Recht gehabt. Und die Internet-Zocker, die auf die Berliner Schriftstellerin gesetzt haben, können sich freuen. Die ganze deutsche Buchbranche tut das auch. Der Literaturnobelpreis geht nach zehn Jahren, als Günter Grass der Glückliche war, wieder nach Deutschland. Das bringt, gerade kurz vor der Buchmesse, internationale Aufmerksamkeit für die deutsche Literaturszene. Und er geht nicht an einen Star, sondern an eine in der Fachwelt sehr geachtete Kandidatin. Trotz ihres hohen Hitlistenplatzes war aber ein Votum der Stockholmer Akademie für Herta Müller nicht zu erwarten gewesen. Weil schon in den vergangenen fünf Jahren die Literatur-Preisträger aus Europa waren, der neue Akademie-Sekretär Peter Englund gerade noch kritisiert hatte, das Komitee schaue eurozentrisch in die Welt der Literatur hinein. Aber die Juroren fanden offenkundig, eine Entscheidung mit politischer Wirkung sei an der Reihe. Die deutsch-rumänische Schriftstellerin Herta Müller hat auf ganz eigene Weise, nämlich der Poesie und der Wahrhaftigkeit gleichermaßen verpflichtet, in ihrem Werk das Alltagsleben in der kommunistischen Zeit Rumäniens dokumentiert. Bis heute will ihr der rumänische Geheimdienst schaden. Ihre Beharrlichkeit honoriert der Preis.

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