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Südwest Presse: Kommentar zu SPD, Ausgabe vom 02.10.2009

    Ulm (ots) - Südwest Presse Ulm, Kommentar zu SPD, Ausgabe vom 02.10.2009 Die SPD legt bei der Suche nach einer neuen Führung große Eile an den Tag. Sie will nach dem Rückzug von Franz Müntefering, Peer Steinbrück und Peter Struck kein Vakuum entstehen lassen, das Raum lässt für Chaos und Selbstzerfleischung. Das ist vernünftig. Weniger glücklich sind viele Genossen mit dem Modus der Neuaufstellung. Eigentlich lautet die beherrschende Lehre aus dem Absturz der SPD, dass die Ära der Alleingänge und Kungelrunden in Hinterzimmern vorbei sein muss. Wichtige Entscheidungen, personell wie programmatisch, gehören in die gewählten Gremien, sonst wird die Kluft zwischen Basis und Führung immer größer. Das Paket für das künftige SPD-Präsidium ist nach dem bekannten Strickmuster entworfen worden, es zielt auf eine Balance zwischen Strömungen und Geschlechtern, um eine breite Mehrheit auf dem nächsten Parteitag zu sichern. Auch das ist klug, aber noch keine Erfolgsgarantie für dieses Personaltableau. Die SPD muss sich schon mehr Zeit für ihre Trauerarbeit nehmen - die ist mit der Nominierung einer neuen Spitze nicht erledigt. Vielleicht bietet sich in der Opposition ja doch die Gelegenheit, sich endlich zu befreien vom ängstlichen Blick auf tägliche Umfragen oder das mediale Echo auf die Inszenierung der Partei. Sigmar Gabriel und Genossen müssen wieder lernen, dass Politik im Bohren dicker Bretter besteht, mit Mut, Augenmaß und Leidenschaft.

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