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Südwest Presse: Kommentar zur Bundestagswahl

    Ulm (ots) - Noch sechs Tage bis zur Bundestagswahl. Die letzten Umfragen sind auf dem Markt. Die letzten Koalitionsmöglichkeiten sind seit gestern vom Tisch. Und auch wenn viele Wahlberechtigte nicht sicher wissen, wem sie am Sonntag die Stimme geben, erscheinen nach allen Prognosen nur zwei Szenarien wahrscheinlich: die Fortsetzung der großen Koalition oder ein Bündnis aus Union und FDP. SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier bezweifelte zwar, die FDP halte nach der Wahl an der Entscheidung fest, eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen auszuschließen. Er sei da ganz gelassen. Tatsächlich spricht daraus Verzweifelung. Was bleibt den Sozialdemokraten nach der eigenen Absage an ein rot-rot-grünes Bündnis als Machtoption? Sie können bis Sonntag zulegen und Schwarz-Gelb verhindern. Das macht es spannend. Mehr als die Rolle des Juniorpartners in einer erneuten großen Koalition ist aber offenbar nicht drin. Und Guido Westerwelle? Der FDP-Chef begründet die Ablehnung der Ampel mit inhaltlichen Differenzen zu SPD und Grünen. Doch denkt auch er nur machtpolitisch. Die Rolle als Joker der deutschen Politik hat er bis zuletzt stilisiert und alle habe ihn hofiert. Das will er nun in Stimmen wandeln. In Stimmen vor allem von CDU-Anhängern, die vom profillosen Wahlkampf der eigenen Partei enttäuscht sind. Solche Machtspiele freilich sind riskant. Die Kanzlerin dürfte sich die Hände reiben.

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