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Südwest Presse: Kommentar zu Opel

Ulm (ots) - Nach der Erleichterung darüber, dass die monatelange Hängepartie bei Opel zu einem vorläufigen Ende gekommen ist, beginnt jetzt die Umsetzung des Rettungsplanes. Der Auftakt liefert einen Vorgeschmack darauf, dass die Sache Opel noch ein ganz schwieriges Unterfangen wird. Damit ist weniger der Stellenabbau gemeint, der größer ausfallen wird als befürchtet, sondern die verständlichen Eifersüchteleien jener Länder, in denen ebenfalls Opel-Autos gebaut werden. Sie befürchten, beim großen General-Motors-Deal mit Deutschland zu kurz zu kommen. Die deutschen Staatsbürgschaften für Opel verursachen nicht nur den Hütern der reinen marktwirtschaftlichen Lehre starke Bauchschmerzen. Industriepolitik, also die Förderung von Unternehmen oder Branchen wegen strukturpolitisch erwünschter Ziele, ist berechtigt. Das Ziel, Arbeitsplätze zu retten, wie jetzt bei Opel, reicht dafür aber nicht aus. Man muss wiederholt daran erinnern: Die Opel-Hilfe hat nichts mit dem absolut notwendigen Schutzschirm für das Banksystem gemein; und sie krankt vor allem daran, dass momentan zu viele Autos von zu vielen Herstellern gebaut werden. Die deutschen Steuermilliarden verhindern kurzfristig den Bereinigungsprozess durch die Autokäufer weltweit. Auf lange Sicht kann kein Unternehmen der Welt überleben, wenn politisches Kalkül nicht von ökonomischem Erfolg untermauert wird. Davon ist Opel noch weit entfernt. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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