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Südwest Presse: Kommentar zum Milchboykott

    Ulm (ots) - Wie ein Supertanker bewegen sich die politischen Gremien in der EU immer. Doch jetzt machen die Verantwortlichen in Brüssel mit ihrer Milchpolitik einen Bauernhof nach dem anderen platt. Kein Wunder, dass die Landwirte gegen diese behäbige Unfähigkeit, den Überschussmarkt zugunsten ihrer Milcherzeuger zu regulieren, aufstehen. Ob sie mit ihrem zweiten Lieferboykott bei EU-Agrarministern und EU-Kommissaren so viel Druck erzeugen können, dass sie endlich umdenken, scheint aber fraglich zu sein. Viele Milchbetriebe sind bereits finanziell so angeschlagen, dass sie auf die mageren 24 Cent pro Liter Milch nicht verzichten können, wenn sie ihre Existenz nicht durch einen Streik gefährden wollen. Agrar- und strukturpolitisch zerstört das Aussitzen vernünftiger Entscheidungen in Brüssel einen Erwerbszweig, der nicht nur ein lebensnotwendiges Produkt liefert, sondern in weiten Teilen Süddeutschlands die Kulturlandschaft erhält und einen halbwegs intakten Naturhaushalt sichert. Viele Betriebe haben zur Milchviehhaltung keine Alternative. Wer den Erhalt des ländlichen Raums predigt, darf die bäuerliche Landwirtschaft nicht opfern. Ohne Industrieproduktion kommt eine moderne und wohlhabende Gesellschaft nicht aus. Sie muss aber auch sicherstellen, dass genug gesunde Nahrungsmittel in ihrer Umgebung erzeugt werden. Milchbauern gehören zweifellos zu den Garanten für diese Ziele.

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