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Südwest Presse: Kommentar zur Abwrackprämie

    Ulm (ots) - Jubel im Schwäbischen Wald: Ein Neuwagenkäufer aus Gaildorf hat sich die letzte Abwrackprämie gesichert und somit das lokale Bruttosozialprodukt anno 2009 um 2500 Euro gesteigert. Falls er das Auto beim heimischen Händler gekauft hat. . . Wie Freibier gingen die letzten Prämien weg, als sei es nichts, mal eben einen fünfstelligen Betrag für ein neues oder fast neues Auto lockerzumachen. Selbst Experten der Automobilclubs haben anfangs nie und nimmer mit diesem Umfang gerechnet. War das politische Sonderangebot zur Konjunkturförderung im Wahljahr also ein voller Erfolg? Nur bei sehr kurzsichtiger Betrachtung. Natürlich ist es dank der Neigung zur Schnäppchenjagd gelungen, der darniederliegenden Auto- und Zuliefererbranche zumindest im Kleinwagenbereich richtig aufzuhelfen. Übrigens nicht nur in Deutschland - etliche Länder haben die Prämie mit ähnlichem Erfolg kopiert. Wer nicht zum Zug gekommen ist (oder noch Glück beim Nachrücken hat), kann trotzdem auch profitieren, weil jetzt die Rabattschlacht richtig losgeht. Doch abgesehen davon gab es auch Verlierer - etwa die nicht ausgelasteten Werkstätten. Und immer wenn demnächst an Steuer- und Abgabenschrauben gedreht wird, Leistungen gekürzt werden, steckt auch die vermeintliche staatliche Wohltat dahinter. Denn die fünf Milliarden Euro werden auf Pump finanziert und müssen mitsamt Zinsen irgendwann beglichen werden. Umweltpolitisch war die Aktion ohnehin ein Schlag ins Kontor. Da wurde auch manch gut erhaltenes und sparsames Altauto vorzeitig vernichtet und durch einen um viele PS stärkeren Neuwagen ersetzt.

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