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Südwest Presse: Kommentar zur Konjunktur

    Ulm (ots) - V - dieses Zeichen ist im Volk seit Churchill als Signal für Sieg ("Victory") bekannt. Auch Ökonomen verwenden es, wenn sie nach einem steilen Abstieg einen ebenso steilen Aufstieg voraussagen wollen. Jetzt wird das V in den Prognosen noch öfter als bisher schon stehen. Seit gestern ist es keine Kaffeesatzleserei mehr, sondern amtlich: Die Rezession ist vorbei. Erleichtertes Aufatmen ist allenthalben zu vernehmen. Dass die Wirtschaft so schnell auf zaghaften Wachstumskurs zurückkehren würde, hätte niemand gedacht. Extrem schnell, gleichzeitig und umfassend - das kennzeichnete die größte Krise seit 80 Jahren. Vielleicht gilt dieses neue Muster einer globalen Wirtschaft auch für den Aufstieg. Ausgemacht ist dies aber noch lange nicht. Begeisterungsstürme sind jetzt ebenso verfehlt wie es vorher die Ankündigungen des nahenden Weltuntergangs waren. Die kleine Wende macht die Hoffnung auf eine anhaltende Genesung der Wirtschaft wieder ein Stück realistischer. Das ist nicht der Durchbruch - aber mehr, als jeder vor einem halben Jahr auch nur zu träumen gewagt hätte. Wer jetzt aber schon wieder ein Wachstum von zwei und mehr Prozent im nächsten Jahr sieht, tut dem Land keinen Gefallen: Die Probleme - steigende Arbeitslosigkeit, Verschuldung - sind noch zu groß, als dass man den Staub der historischen Krise schon aus den Kleidern schütteln könnte. V gilt nur im Moment, bis zum Sieg ist es noch weit.

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