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Südwest Presse: Kommentar zum Sauerland-Prozess

    Ulm (ots) - Geständnis ist nicht gleich Geständnis. Aber das, was die Sauerland-Gruppe um Fritz G. in den vergangenen Wochen gegenüber Mitarbeitern des Bundeskriminalamts ausgesagt hat, kommt einer mittleren Sensation gleich. In fast schon erschreckender Offenheit hat der Anführer der Viererbande gestern vor Gericht Einblicke gegeben, wie aus einem jungen Mann aus gutem Hause ein kaltblütiger Terrorist werden kann. Erschreckend schon deshalb, weil seit gestern klar ist, dass der Student aus Ulm aus freien Stücken in den Heiligen Krieg ziehen wollte, um im Namen der Religion so viele Menschen zu töten wie irgend möglich. Und zwar nicht fremdgesteuert und ohne jede Gehirnwäsche oder Manipulation. Erschreckend auch, wie relativ unkompliziert sich Wege auftun, auf denen sich Menschen an aller Art Waffentechnik ausbilden lassen und sonstige Grausamkeiten erlernen können. Wenn die Ziele nicht so kaltschnäuzig und berechnend festgelegt worden wären, fast käme einem die Geschichte eines verhinderten Abenteuerspiels in den Sinn. Aber die vier Angeklagten sind weder dumme Jungs noch fehlgeleitete Rambos. Sie sind letztlich das gefährliche Produkt einer Zeit, in der auf Krieg als Fortsetzung der Politik gesetzt wurde. Und mithin ist dieser Fall in seiner ganzen Dimension ein Beleg dafür, wie dringend notwendig die Rückkehr von Politik und Diplomatie auf die internationale Bühne sind.

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