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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Schweinegrippe

    Ulm (ots) - Redet man in diesem Land nur noch über Geld? Da gibt es noch keinen Impfstoff gegen die Schweinegrippe, schon rechnen die Krankenkassen aus, was er sie kostet. Als ob die Funktionäre selbst in ihre Taschen greifen müssten. Und das Gesundheitsministerium beeilt sich zu erklären: Der Staat kann die Summen nicht aufbringen. Er hat sich bei der Bankenhilfe ja total verausgabt. Wie erbärmlich ist diese Debatte. Vielleicht erinnern sich die Streithähne, wozu sie existieren. Ihre Aufgabe lautet: Schaden vom Volk oder ihren Versicherten abzuwenden. Sollte sich das neue Virus also zu einem gefährlichen Erreger für Kranke und Schwache entwickeln, und existiert ein geprüfter Impfstoff, wird diese reiche Gesellschaft imstande sein, Menschen vorsorglich zu immunisieren. Zudem sollten Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Polizisten oder Feuerwehrleute geimpft werden. Gesunde werden prüfen, ob sie einer Grippe gewachsen sind. Manche Betriebe werden aus Vorsicht vor Produktionsausfall ihren Mitarbeitern raten, sich impfen zu lassen. Einige übernehmen sogar die Kosten - wie immer. Bisher haben alle Krankenversicherer jeden Herbst rund 15 Millionen Schutzimpfungen bezahlt. Klagen? Fehlanzeige. Vielleicht wird die Impferei im Herbst fünf Mal so teuer. Wer aber jetzt mit Zusatzbeiträgen droht oder Kosten, die gar nicht entstehen, abwehrt, sitzt bei einer Krankenkasse oder in einem Ministerium auf dem falschen Sessel.

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