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Südwest Presse: Kommentar zum Luftverkehr

    Ulm (ots) - In die Trauer um die 228 Toten des Airbus-Absturzes vor Brasilien mischt sich zunehmend Wut. Denn bis heute gibt es nur drei traurige Wahrheiten: Die Bergungsteams wissen immer noch nicht genau, wo die Maschine abgestürzt ist. Genauso wenig weiß man bis jetzt über die Absturzursache. Sicher ist dagegen nur eines: Die Flugzeugbauer nutzen aus Kostengründen nicht alle technischen Möglichkeiten, die in vielen anderen Bereichen Standard sind. Es ist unglaublich - aber die millionenteuren Flugzeuge haben keine GPS-Ortung an Bord, die heute beispielsweise Autodieben das Leben so schwer macht. Durch diese Ortung wüsste man die letzte Position. Bergungsmannschaften könnten früher reagieren - und vielleicht doch noch helfen. Aber so müssen Leichenfunde den Weg zur vermuteten Absturzstelle weisen. Keiner weiß bis jetzt, ob wirklich fehlerhafte Geschwindigkeitssensoren zum Absturz beigetragen haben. Spekulationen blühen. Tatsache ist jedoch, dass seit Mai 2008 (!) Probleme mit den Sensoren beobachtet wurden. Air France hatte immerhin schon beschlossen, diese Sensoren auszutauschen. Aber erst jetzt will man dies beschleunigen. Trotz eines Unglücks wie vor Brasilien gilt das Flugzeug statistisch immer noch als sicherstes Verkehrsmittel. Eine gehörige Portion Vertrauen in die Fluglinien und in die Wartungsarbeiten gehörten bislang mit zu dieser positiven Einschätzung. Dieser Kredit ist schnell verspielt - spätestens dann, wenn nicht mehr die Sicherheit der Passagiere Vorrang hat, sondern nur das betriebswirtschaftliche Ergebnis. Auch eine renommierte Fluglinie wie Air France muss da gehörig aufpassen.

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