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Südwest Presse: Kommentar zur Bildungspolitik

    Ulm (ots) - Nicht nur Banken und Konzerne sind gerade in Not. Auch Hochschulen und Forschungsinstitute in Deutschland brauchen einen staatlichen Rettungsschirm, wenn sie nicht international hoffnungslos untergehen wollen. Das bezweifeln allenfalls die von akuten Liquiditätsengpässen geplagten Finanzminister von Bund und Ländern. Doch haben sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten jetzt endlich über die Bedenken ihrer Sparkommissare hinweggesetzt und jene 18 Milliarden Euro bewilligt, die schon im Oktober 2008 in Dresden vereinbart worden waren. Die zusätzlichen Mittel fließen freilich über einen Zeitraum von sieben Jahren in den chronisch unterfinanzierten Bildungssektor, weshalb diese Summe im Vergleich zu den großzügigen Prämien für Altautos oder den gigantischen Überbrückungshilfen für die Kreditwirtschaft eher bescheiden anmutet. Die Politik hätte sich um jede Glaubwürdigkeit gebracht, wenn sie nach vielen Sonntagsreden von der "Bildungsrepublik Deutschland" nicht wenigstens diesen Schritt zur besseren Ausstattung von Universitäten und Forschungsstätten unternehmen würde. Er ist - bei allem Respekt vor den Belastungen für die Steuerzahler - bescheiden genug und bietet längst keine Garantie dafür, dass die nachwachsenden Generationen die Chance auf eine gute Ausbildung bekommen, die sie nicht nur verdienen, sondern auch dringend brauchen.

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