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Südwest Presse: Kommentar zum Handel

    Ulm (ots) - Die deutsche Handelslandschaft steht vor einem Umbruch. Während die insolvente Kaufhaus-Kette Hertie dichtmacht, schöpft der angeschlagene Arcandor-Konzern noch Hoffnung: Er sucht den Schulterschluss mit dem Konkurrenten Metro. Karstadt und Kaufhof sollen zur "Deutschen Warenhaus AG" verschmelzen. Schiere Größe allein kann aber nicht der Ausweg aus der Branchenmisere sein. Seit Jahren laufen den Warenhäusern die Kunden weg. Das Rezept des bunten, in einem Guss präsentierten Allerleis hat sich überlebt. Der Konsument, der Vielfalt sucht, kauft eher in den günstigen Lagerverkaufszentren sowie den Spezialmärkten für Textilien und Elektroartikel ein. Oder er bummelt durch die "Shopping-Malls" mit all den kleinen Geschäften und Restaurants. Darauf wird sich auch der neue Warenhausriese einstellen müssen, sofern er überhaupt auf die Beine kommt. Viel Zeit, um das Laufen zu lernen, bleibt ihm nicht. Für Arcandor endet Mitte Juni eine Kreditlinie über 650 Millionen Euro. Liegt bis dahin nicht ein tragfähiger Sanierungsplan vor, wird es eng. Die Banken drehen heute schneller denn je den Geldhahn zu. Einen Finanzinvestor zu finden, ist zurzeit ebenfalls schwierig. Das muss allerdings kein Schaden sein, wie das Beispiel Hertie zeigt. Das Traditionshaus hatte sich auf einen britischen Geldgeber verlassen. Der entpuppte sich nun als gierige Heuschrecke. Die bittere Folge: 2600 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

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