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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Gesundheit

    Ulm (ots) - Zur Daseinsvorsorge des Staates gehört neben Bildungschancen für alle eine funktionierende Gesundheitsversorgung. Viele Staaten beneiden die Deutschen um ihr Solidarsystem. Doch es droht unumkehrbar abzurutschen, seit die Politik Rationalisieren und Rationieren zu ihren Maßstäben erkoren hat. Dabei geht es nicht um bessere Abläufe in Kliniken und Praxen. Das wäre der Mühe wert. Abbau von Pflegern, Schwestern, Arzthelferinnen und Ärzten ist das Ziel. Unter diesem Aderlass leiden zuerst die Schwächsten: Kranke, Alte, Behinderte. Insofern hat Ärztepräsident Hoppe recht, wenn er die Mangelversorgung anprangert. Was tun? Ein Gesundheitsrat, der darüber befindet, wem welche Therapie noch bezahlt wird, ist so falsch wie die völlig gescheiterten Gesundheitsreformen des vergangenen Jahrzehnts. Durch noch mehr kontrollierende Bürokratie wird kein Kranker gesund. Künstlich verordneter Wettbewerb unter Krankenkassen, Kliniken und Praxisärzten verschlingt Milliarden Euro. Ihn gewinnt nur derjenige, der spart, wo Patienten Hilfe erfahren sollen. Es wird höchste Zeit, dass die Politik dieses Chaos radikal beendet. Ziel muss sein, dass sich die Akteure im System ihrer Aufgabe zuwenden: Für Kranke da zu sein. Dazu gehört aber, dass Patienten endlich erfahren, was ihre Arztbesuche und Klinikaufenthalte kosten. Ist dies erreicht, kann geprüft werden, ob die 167 Milliarden Euro Kassenbeiträge reichen. Nicht vorher.

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