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Südwest Presse: Kommentar zu Sri Lanka

    Ulm (ots) - Eigentlich ist das eine gute Nachricht: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka ist beendet. Die tamilischen Rebellen haben aufgegeben nach einem Vierteljahrhundert bewaffnetem Kampf. Die reine Nachricht vom Ende des Konflikts ist in der Tat erfreulich, schließlich starben im Norden der Insel in diesem Jahr mehr Zivilisten als in den uns wesentlich präsenteren Krisengebieten Irak, Afghanistan oder Gaza. Weniger hoffnungsfroh stimmt aber, dass der Friede ein erzwungener ist und allein auf der militärischen Stärke der Regierungstruppen beruht, die ihren Sieg mit aller Brutalität erfochten haben. Der Kern des Konflikts ist damit freilich nicht entschärft. Die hinduistischen Tamilen stellen lediglich einen Bevölkerungsanteil von zehn Prozent und werden von den buddhistischen Singhalesen unterdrückt und diskriminiert. Nach dem militärischen Sieg der Regierung dürfte sich daran kaum etwas ändern, die Tamilen müssen wohl froh sein, wenn ihre Lage nicht noch schlimmer wird. In diesem Falle steht zu befürchten, dass die bewaffneten Auseinandersetzungen schnell wieder aufflammen. Nicht vergessen werden soll aber auch, dass die Tamilen so manche Vermittlungsversuche in der Vergangenheit systematisch unterlaufen haben. Aktuell ist auf eine Mäßigung der Sieger nicht zu hoffen, schon weil Präsident Rajapakse stolz sein Vorgehen als Beispiel dafür rühmt, "wie Terrorismus militärisch besiegt werden kann".

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