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Südwest Presse: Kommentar zu Opel
Guttenberg

    Ulm (ots) - Die Opel-Rettung steht Spitz auf Knopf. Und weil die Zukunft des Autobauers nicht nur eine Frage von vier Standorten in Deutschland und 25 000 Arbeitsplätzen ist, sondern längst ein heißes Wahlkampfthema, kann der Bundeskanzlerin nicht einerlei sein, ob ihr Wirtschaftsminister bei den komplizierten Verhandlungen mit den USA erfolgreich agiert oder nicht. Offenkundig sind Angela Merkels Zweifel am nötigen Geschick Karl-Theodor zu Guttenbergs in den letzten Tagen stark gewachsen. Also ist es nur konsequent, dass die Regierungschefin dem noch nicht sehr sattelfesten Freiherrn faktisch die Zügel aus der Hand nimmt, um sich hinterher nicht den Vorwurf einzuhandeln, eine Auffanglösung für Opel fahrlässig aufs Spiel gesetzt zu haben. Wenn Washington das von Guttenberg favorisierte Treuhand-Modell tatsächlich ablehnen sollte, ist Gefahr im Verzug. Daher musste die Kanzlerin die Notbremse ziehen, bevor Opel zusammen mit dem amerikanischen Mutterkonzern General Motors den Bach runtergeht. Bei der CSU wird diese Maßnahme der CDU-Vorsitzenden keine Freude auslösen. Die beiden Schwesterparteien liegen ohnehin wegen der Steuerpolitik seit Wochen im Clinch. Dass Merkel jetzt mit zu Guttenberg ausgerechnet einen ihrer Hoffnungsträger stutzt, dürfte die Bayern erst recht reizen. Auf die Antwort aus München wird die Bundeskanzlerin deshalb nicht lange warten müssen.

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