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Südwest Presse: Kommentar zur Deutschen Bahn

    Ulm (ots) - Neuanfang ist die Devise bei der Deutschen Bahn. Das ist der einzig richtige Weg: Nur mit neuen Köpfen an der Spitze kann der Staatskonzern nach der Datenaffäre das Vertrauen seiner Mitarbeiter und damit ihre Motivation zurückgewinnen. Es reicht nicht, die direkt Verantwortlichen in der zweiten und dritten Etage zu feuern. Gekehrt wird von oben nach unten. Im Vorstand wusste niemand, was da die unteren Ebenen alles ausspitzelten, bestätigten die externen Ermittler. Es beruhigt nur wenig, dass der Auftrag nicht direkt von einem Vorstandsmitglied kam. Vielmehr hatten da einige hoch bezahlte Manager offensichtlich ihre Abteilungen nicht im Griff - und sie sorgten für ein Klima, das die Spitzeleien in einem erschreckenden Ausmaß erst möglich machte. Das ist mehr als genug Grund dafür, dass sie gehen müssen, genauso wie Ex-Konzernchef Hartmut Mehdorn bereits vor einem Monat. Sein Umgang nach innen und außen musste zwangsläufig abfärben. Mehdorn hatte große wirtschaftliche Erfolge, aber um den Preis eines unglaublichen Duckmäusertums im Konzern. Hunderte hatten Zugriff auf sämtliche Computer im ganzen Unternehmen. Das bietet Manipulationsmöglichkeiten in vielen Richtungen. Dass dagegen der Datenschutzbeauftragte nicht Sturm lief, ist erstaunlich. Eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Bahn-Chefs Rüdiger Grube ist es, für einen neuen Geist im Konzern zu sorgen.

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