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Südwest Presse: Kommentar zu Opel

    Ulm (ots) - Manchmal muss man nur genau zuhören. Im März hatte Sergio Marchionne in einem Vortrag am Bodensee davon gesprochen, dass "nur sechs oder gar nur fünf globale Autokonzerne" überleben werden. Niemand hatte sich dafür interessiert, was das eigentlich für den Fiat-Chef selbst bedeutet. Jetzt wollen die Italiener tatsächlich mit Chrysler und Opel zusammen die Nummer 2 in der Welt und die Nummer 1 in Europa werden. Dies alleine ist schon ambitioniert. Schließlich weiß man nicht erst seit der im Himmel geschlossenen - und mittlerweile geschiedenen - Ehe von Daimler und Chrysler, dass Zusammenschlüsse oft nicht klappen. Doch hier wollen sich zudem drei Lahme zusammentun. Chrysler hängt am Staatstropf. Auch Opel benötigt Milliarden an Überbrückung. Und Fiat steht ebenfalls nicht gerade auf soliden Füßen. Dazu kommt, dass die Deutschen und Italiener keine zum Überleben notwendigen sechs bis sieben Millionen Mittelklasse-Autos im gleichen Segment bauen können. Es wird deshalb zu tiefen Stellen-Einschnitten in Deutschland kommen - nicht nur im Werk Kaiserslautern. Die deutschen Steuerzahler werden für die derzeit geplante Erhaltung der Endmontage von Opel noch bluten. Es stimmt: Es gibt keine Alternative zu der Hochzeit im Keller. Aber man sollte so ehrlich sein und sagen, dass es ohne einen harten Stellenabbau und weitere Milliarden an Staatshilfe nicht gehen wird.

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