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Südwest Presse: Kommentar zum Waffenrecht

    Ulm (ots) - Weniger Waffen - weniger Tote. So lautet die Gleichung jener Politiker, die nach dem Amoklauf von Winnenden und der Schießerei im Landgericht Landshut darauf dringen, das ohnehin scharfe Waffenrecht weiter zu verschärfen. Studien aus anderen Ländern legen nahe, dass sie Recht haben könnten: Der schnelle Zugriff auf die häusliche Schusswaffe birgt in eskalierenden Situationen tödliche Gefahr. Also weg mit allen privaten Waffen? Waffenlager an Schießständen laden Kriminelle ein, und der beste, mit biometrischer Zugangssicherung ausgestattete Tresor nützt nichts angesichts der Verantwortungslosigkeit Einzelner, die die Pistole im Wohnzimmer herumliegen lassen. Die totale Entwaffnung der Bevölkerung stellt alle unter Generalverdacht - stehen Jagd und Schießsport doch ohnehin im Geruch, archaisch zu sein und der Pflege dumpfer Traditionen zu dienen. So ungerecht diese Verallgemeinerung im Einzelfall sein mag, die Betroffenen tragen einen beträchtlichen Teil dazu bei. Selbstkritischer Umgang und freiwilliger Verzicht auf unnötige Gewehre und Pistolen sind gefragt. Waffenfetischismus, das Horten privater Arsenale, Prestigegehabe und ein oft wenig sensibler öffentlicher Umgang mit dem Thema sind das falsche Signal. Sie geben jenem Unbehagen Nahrung, das sich - aus jeweils gegebenem Anlass - in scharfen Gesetzen niederschlägt. Darüber darf sich niemand wundern.

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