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Südwest Presse: Kommentar zu Afghanistan

    Ulm (ots) - Wenn Angela Merkel jemals die zarte Hoffnung hatte, dass der Einsatz für die Bundeswehr in Afghanistan demnächst ein Ende haben könnte - gestern wurde sie endgültig eines Besseren belehrt. Kaum hatte sich der Hubschrauber mit der Kanzlerin an Bord aus dem Feldlager Kundus erhoben, schlugen auch schon zwei Granaten in der Nähe des Camps ein. Und ihre Gespräche mit Aufbauhelfern der Bundeswehr sowie lokalen Politikern haben offenkundig nicht den Eindruck blühender Landschaften vermittelt. Es gab, um im Bild zu bleiben, nur Berichte über das eine oder andere zarte Pflänzchen, das sich an die Oberfläche gekämpft hat. Die streng geheime Reise zum Hindukusch war dennoch ein kluger Schachzug der Kanzlerin. Zum einen kommt sie mit den üblichen Bildern zurück, die sich in den heimischen Medien gut machen, zumal im beginnenden Wahlkampf. Zum anderen aber signalisiert sie den Soldaten vor Ort, dass der Regierung ihr Einsatz in Afghanistan nicht egal ist. Das ist wichtig. Denn die Bundeswehr leidet schon lange unter der mangelnden Akzeptanz ihres gefährlichen Auftrags. Den Eindruck hat Merkel tatkräftig widerlegt. Schließlich hat die Kanzlerin auch noch den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai elegant diplomatisch abgewatscht. Nach seinem skurrilen Ehegesetz strafte Merkel ihn mit Nichtachtung. Es war ein rundum gelungener Ausflug.

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