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Südwest Presse: Kommentar zu Daimler

    Ulm (ots) - Wer kennt den Spruch nicht: Wir stehen am Abgrund, morgen sind wir einen Schritt weiter. Daimler steht zwar nicht am wirtschaftlichen Abgrund. Bis der Autobauer in die Lage von Opel oder Chrysler kommt, ist weit mehr als eine neunmonatige Krise nötig. Daimler steht aber unmittelbar vor Entlassungen. Das hat Personalvorstand Günther Fleig gestern durchblicken lassen. Und dies wäre ein Tabubruch für das Unternehmen und ein schlechtes Omen für die gesamte deutsche Wirtschaft. Wenn selbst der deutsche Vorzeigekonzern zu solchen Mitteln greifen muss, könnte dies eine bundesweite Schock- und Entlassungswelle auslösen. Da die Krise grenzenlos ist, gibt es keinen Ausweg. Daimler exportiert 85 Prozent seiner Autos. Anders als bei vorangegangenen Absatzdellen gibt es diesmal keine Ausweichmärkte. Nationale Konjunkturprogramme helfen den Schwaben genauso wenig wie eine Abwrackprämie. Der Stuttgarter Autobauer bringt bereits ein neues attraktives Modell auf den Markt, er wirft alles in die Erforschung neuer Antriebe, er spart, wo es nur geht. Mehr ist nicht drin. Daimler ist am Rande seiner Möglichkeiten. Jetzt bleiben nur noch Ausharren und Hoffen. Reagieren statt zu agieren ist besonders für quirlige Unternehmen beinahe unerträglich. Wenn der Weltmotor nicht anspringt, werden nicht wenige Mitarbeiter bei Daimler ins Bodenlose fallen.

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