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Südwest Presse: Kommentar zu Bahnchef Mehdorn

    Ulm (ots) - Für Hartmut Mehdorn ist jetzt das Maß voll. Der Bahnchef muss endlich begreifen, dass er eine unerträgliche Belastung für das Unternehmen ist, auch weil ihm zum wiederholten Mal jegliches Schuldbewusstsein fehlt. Er hat, jenseits einer möglichen strafrechtlichen Verantwortung für die groß angelegte Schnüffelaffäre zu Lasten der Beschäftigten eine moralische Pflicht, seinen Kopf für die rufschädigenden Zustände bei der Bahn hinzuhalten. Wer denn sonst? Wenn Mehdorn in den nächsten Tagen nicht zur Einsicht kommen sollte, muss die Bundesregierung ihm auf die Sprünge helfen. Der Versuch des Vorstandsvorsitzenden, alle Vorwürfe abprallen zu lassen und die Rücktrittsforderungen auszusitzen, ist zum Scheitern verurteilt. Der Zwischenbericht der beiden Ex-Minister Baum und Däubler-Gmelin ist verheerend genug. Bei allen Verdiensten, die sich der Manager um die Modernisierung des einstigen Staatsbetriebs erworben haben mag, steht außer Zweifel: Mehdorn ist nicht mehr zu halten. Das haben auch die Gewerkschaften begriffen, die lange zu ihm hielten, obwohl schon das bisher bekannte Ausmaß der Bespitzelung ein Grund gewesen wäre, Mehdorn das Vertrauen zu entziehen. Stünde nicht eine Bundestagswahl bevor, hätte der Bahnboss bereits seinen Hut nehmen müssen. Nach den neuen Enthüllungen aber dürfte die Öffentlichkeit für die taktischen Spielchen der Parteien um die unvermeidliche Neubesetzung an der Bahnspitze noch weniger Verständnis haben. Die CDU-Kanzlerin und ihr Koalitionspartner SPD sollten Mehdorn aus dem Verkehr ziehen, ehe der Datenskandal seine Schatten auch auf die Bundesregierung wirft.

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