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Südwest Presse: Kommentar zu Bonus-Zahlungen

    Ulm (ots) - Der Unmut über jene da oben, die schamlos viel verdienen, hat in wirtschaftlichen Krisenzeiten viele Gesichter. Jetzt hängt sich die CSU an US-Präsident Barack Obama an, der die Bonuszahlungen an die AIG-Manager per Sondersteuer wieder einkassieren will. Das verspricht zwar politischen Punktgewinn, hat aber kleine Schönheitsfehler: AIG ist in seinen Ausmaßen bislang ziemlich beispiellos; außerdem haben wir bereits die Gehaltsdeckelung bei Unternehmen, die Staatshilfe bekommen. Die rückwirkende Besteuerung der Boni muss ferner auch dem bedenklich erscheinen, der krasses Managerversagen möglichst hart bestrafen will. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die Bezahlung der Belegschaft - dazu zählt auch der Manager - ist Sache des Unternehmens, weil es auch dessen Geld ist. Bonus-Zahlungen an Pleite-Unternehmen sind fraglos eine Fehlkonstruktion. Sie lassen sich nur dadurch erklären, dass bei Vertragsabschluss niemand damit gerechnet hat, was die Finanzkrise dann tatsächlich auslöste: aberwitzig hohe Verluste. Die Bonus-Zahlungen aber zu verbieten, wirkte ähnlich fehlsteuernd. Bonus ist Belohnung für Erfolg. Solchen Anreiz zu untersagen, kann nicht sinnvoll sein. Der Bonus ist gut - wenn die Bezugsgröße, auf die er wirkt, gut gewählt ist. Und er ist gut, wenn er in schlechten Zeiten sinkt. Beides fördert Leistung und Verantwortung. Davon können wir nicht genug haben.

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