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Südwest Presse: Kommentar zum Ärzteprotest

    Ulm (ots) - Es ist immer das gleiche Muster. Treffen die Begriffe Gesundheitswesen und Reform aufeinander, müssen die Versicherten in der Regel mit schlimmen Folgen rechnen. Entweder sie werden über Gebühr finanziell belastet - wie bei den Gesundheitsreformen der vergangenen Jahre. Oder sie werden oft nur noch gegen Vorkasse von ihrem Arzt behandelt - wie aktuell bei der Reform des Honorarsystems der niedergelassenen Ärzte. Dieser Protest der Mediziner könnte sich allerdings schnell als Schuss in den Ofen erweisen. Zum einen, weil sie sich damit den Zorn der Bürger zuziehen und Gefahr laufen, das Verständnis der Öffentlichkeit für ihre zum Teil berechtigten Klagen zu verspielen. Zum anderen, weil sie sich rechtlich auf Abwegen befinden. Wer als niedergelassener Arzt von gesetzlich Versicherten Geld verlangt, bevor er zur kurativen Tat schreitet, handelt gegen das Gesetz. Er riskiert seine Zulassung und erweist seiner Zunft einen Bärendienst. Wer für Zustimmung werben will für weitere Milliarden an Honorarzuschüssen aus Beiträgen der Versicherten, sollte also dafür sorgen, dass die Zahler zumindest im Ansatz nachvollziehen können, warum sich eine Berufsgruppe unterbezahlt fühlt, die allgemein nicht zu den Geringverdienern zu zählen ist. Dies gilt umso mehr, als der wahre Grund für den Protest der ist, dass die Ärzte sich nicht auf die Verteilung der Mittel einigen können.

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