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Südwest Presse: Kommentar zu Opel

    Ulm (ots) - Die Pleite des schwedischen Autoherstellers Saab zeigt, wie dramatisch sich die Krise in der Autoindustrie entwickelt. Insbesondere bei den Mitarbeitern von Opel in Rüsselsheim werden nun alle Alarmglocken schrillen. Saab und Opel sind Töchter des angeschlagenen US-Herstellers General Motors (GM). Das Beispiel aus Schweden zeigt, wie schlecht das Krisenmanagement der US-Mutter ist. Jetzt, nachdem Saab insolvent ist, kommt GM mit dem müden Angebot daher, noch für ein paar Monate die Produktion zu finanzieren. Zuvor hatten die Amerikaner mit der schwedischen Regierung gefeilscht wie auf dem Basar - mit dem Ergebnis, dass Stockholm nicht einmal Kreditgarantien übernimmt. Folglich müssen sich die Opel-Mitarbeiter in der Krise voll und ganz auf die Kreativität ihres eigenen Managements verlassen. Doch damit ist es nicht weit her. Die Wasserstandsmeldungen ändern sich von Tag zu Tag. Nun ist plötzlich die Rede von einem Finanzbedarf in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. Das wäre fast doppelt so viel wie bisher bekannt. Solche Überraschungen schrecken nicht nur Investoren ab, sofern die angesichts der Flaute überhaupt aufzustöbern wären. Ohne klare Verhältnisse tut sich auch die Politik schwer, Hilfe zu leisten. Im Moment geht es um Bürgschaften. Was immer Bund und Länder erwägen, ein Staatseinstieg bei Opel muss tabu sein. Das hat Schweden bei Saab vorgemacht.

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