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Südwest Presse: Kommentar zu Artzhonoraren

    Ulm (ots) - Parteien können bei der Bundestagswahl kräftig zulegen, wenn sie ein schlüssiges Konzept für die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung vorlegen. Das Solidarsystem nach Marktmechanismen organisieren zu wollen, wird die Beitragszahler aber so wenig überzeugen wie der Scherbenhaufen, den Ulla Schmidt anrichtet. Sie verspricht Spitzenmedizin, lässt aber zu, dass gewaltige Summen für die Behandlung der Patienten nicht mehr bereitstehen. Sie schaut zu, wie Ärzte mit einer Quartalspauschale abgespeist werden. Da kann es nicht mehr darum gehen, Krankheiten auf die Spur zu kommen, um geeignete Therapien zu finden, die Leiden lindern oder gar heilen. Das völlig verkorkste und total überbürokratisierte Gesundheitswesen muss deshalb zu seinen Wurzeln zurückfinden. Dazu gehört unbedingt: Die Beiträge der Kassenversicherten werden ausschließlich in die Versorgung der Kranken gesteckt. Für Wellness-Urlaube Gesunder, Freizeitpässe, teure Werbekampagnen, Bürokratie und anderen Schnickschnack dürfen die Kassen kein Geld mehr ausgeben. Die Ärzte stellen den Patienten eine Rechnung aus, damit diese wissen, was ihre Behandlung kostet. Das Offenlegen aller Geldflüsse steht als Voraussetzung vor jedem möglichen weiteren Eingriff in das System. Dies dürfte zeigen, dass die Beiträge der Versicherten für eine qualitativ hochwertige Versorgung ausreichen und den Gesundheitsdienstleistern - von den Ärzten bis zu den Pflegekräften - ein auskömmliches Einkommen sichert. Gelingt dies nicht, wird Gesundheit letztlich vom Geldbeutel eines jeden Bürgers abhängen. Und das kann nicht im Interesse eines Sozialstaats sein.

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