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Südwest Presse: Kommentar zur Hypo Real Estate

    Ulm (ots) - Darfs auch etwas mehr sein? Bedauerlicherweise geht es in diesem Fall nicht um 100 Gramm Leberwurst beim Metzger, sondern um zehn Milliarden Euro. Soviel wird, ohne große Diskussion darüber in Regierung oder Bundestag, dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate als weiteres staatlich garantiertes Kapital zur Verfügung gestellt. Insgesamt sind es jetzt 102 Milliarden Euro, die seit Oktober vom Steuerzahler berappt werden für den Fall der Fälle. Nur mal zum Vergleich: Die ganze mit Pomp und Protz als soziale Wohltat verkündete Erhöhung von Kindergeld und -freibetrag seit dem 1. Januar kostet 2,2 Milliarden Euro im Jahr. Wenn sich also beim kleinen Sparer landauf-landab der Eindruck durchsetzt, hier seien mittlerweile die Maßstäbe ziemlich verrutscht, ist das sehr verständlich. Die These mag ja richtig sein, dass funktionierende Banken der Schmierstoff sind, ohne den die Wirtschaft nicht läuft und dass sie deshalb im Krisenfall besonderer staatlicher Hilfe bedürfen. Aber entbindet sie die Politiker von der Pflicht, zu erklären, warum ein Unternehmen, dessen Aktien gestern für 1,30 Euro pro Stück verscherbelt wurden, noch so bedeutend ist, dass es mit Milliarde um Milliarde von unserem Geld am Leben gehalten werden muss? Sie sollten sich nicht wundern, die Regierenden, dass ein beträchtlicher Teil ihrer Wähler sich Gedanken über Alternativen macht bei der künftigen Stimmabgabe.

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