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Südwest Presse: Kommentar: Papst

    Ulm (ots) - Der Schritt war überfällig - da mag man im Vatikan noch so stur auf bereits Gesagtes verweisen. Der Holocaust-Leugner und Bischof der Pius-Bruderschaft, Williamson, muss sich von seinen Äußerungen distanzieren, will er ein Repräsentant der Kirche werden. Ein Bedauern über die Folgen der Worte für den Papst reicht da nicht. Die Leugnung des Holocaust ist nicht verhandelbar - weder im politischen Bereich noch im Vatikan. Jetzt hat Rom die Notbremse gezogen. Der Zug ist jedoch schon an die Wand gefahren. Viele Katholiken sind in den vergangenen Tagen aus der Kirche ausgetreten. Der Schaden auf dem politischen Feld ist noch gar nicht auszumachen. Bundeskanzlerin Merkel hat ihn angesprochen. Und sie hat Recht damit getan. Auch ein Papst steht nicht über den Dingen. Die Anbiederung an die judenfeindliche Pius-Bruderschaft hat nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und in Frankreich Entrüstung ausgelöst. Dieser Fehltritt wird wohl für immer an Benedikt hängen bleiben. Seine Wirkung könnte allenfalls gelindert werden, indem Benedikt seine Position zum rechten Rand der Kirche klärt. Nicht allein Williamson ist das Problem, es sind die Positionen der Bruderschaft. Das jedoch hieße, dass Benedikt alte Einstellungen überdenkt. Schon als Hüter der Glaubenskongregation war er der Bruderschaft zugetan. Wahrscheinlich ist ein Umdenken deshalb nicht. Papst Benedikt wird Ratzinger bleiben.

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