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Südwest Presse: Kommentar zur katholischen Kirche

    Ulm (ots) - Das Schiff der katholischen Kirche ist auf schwerer See - und die Verantwortung dafür trägt einzig und allein der Papst. Er manövriert seine Weltkirche seit geraumer Zeit in eine Richtung, die einer Vielzahl von Gläubigen nicht behagt. Der Papst riskiert mit höchst umstrittenen Entscheidungen eine neue Abspaltung der Christenheit, nämlich von jenen, die den engstirnigen Kurs Benedikts XVI. zurück in die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht mehr folgen wollen - und das ist die große Mehrheit der Gläubigen. Selbst so besonnene Gemüter wie der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst und der Mainzer Kardinal Karl Lehmann haben die Gefahr jetzt klar benannt. Ihnen geht die Liebedienerei des Kirchenoberhaupts mit dem äußersten rechten Rand der Katholiken zu weit. Kern des Konflikts ist nicht die indiskutable Äußerung eines einzelnen Bischofs, der der erzkonservativen Pius-Bruderschaft angehört. Kern des Konflikts ist die Aufwertung der Bruderschaft selbst. Die antidemokratisch gesinnte Gemeinschaft lehnt das Zweite Vatikanische Konzil mit ihrem Bekenntnis zu Religionsfreiheit und Ökumene ab. Das ist in Rom bekannt. Der Gründer der Bruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre, hat daraus kein Geheimnis gemacht. Seine Schriften liegen offen, die Ablehnung eines von Benedikt geforderten Zugeständnisses zum Zweiten Vatikanischen Konzil ebenso. Zum Umdenken bewegt hat das den Papst nicht. Er handelt mit Absicht. Deshalb müssen sich die Bischöfe jetzt wehren - klar und ohne Kompromiss. Auch die Gläubigen sind herausgefordert. Sie dürfen die Rolle rückwärts nicht schweigend akzeptieren.

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