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Südwest Presse: Kommentar zur Bahn

    Ulm (ots) - Was herrscht in einem Konzern für Misstrauen, dass seine Revisionsabteilung fast alle Beschäftigten überprüft? Dass die Bahn AG dazu einer Detektei fast eine Million Euro zuschiebt und die Spähaufträge nur mündlich erteilt, macht einen fassungslos. Entweder pflegt sie einen extrem hemdsärmligen Umgang mit großen Summen. Dann darf sie sich nicht wundern, wenn dies auf Mitarbeiter abfärbt. Oder die Verantwortlichen quälte bereits beim Start der Ausforscherei das schlechte Gewissen. Beides kann sich eine Firma nicht leisten, ein Staatskonzern schon gar nicht. Natürlich gab und gibt es bei der Bahn Korruption. Sie muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln dagegen ankämpfen. Schießen Kontrolleure aber weit über dieses Ziel hinaus, darf es kein Zögern geben, den Skandal aufzuarbeiten und sich von Verantwortlichen zu trennen. Die Bahn gibt da bisher - wie zuvor die Telekom - ein miserables Bild ab. Nur in kleinsten Dosen teilt sie ihre Spitzelattacken mit. Im Fall der Bahn haben es die Politiker in der Hand, sie zur Aufklärung des Skandals und den Konsequenzen daraus zu zwingen. Gegen Vorschriften des Datenschutzes hat der Konzern in jedem Fall verstoßen. Bahnchef Mehdorn muss sich für den Generalverdacht bei seinen Mitarbeitern entschuldigen. Aufwachen darf nach so vielen Affären auch der Bundestag. Der Schutz der Bürger vor Datenmissbrauch reicht nicht.

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