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Südwest Presse: Kommentar zu Obama

    Ulm (ots) - Inmitten eines Tages voller Pathos und Patriotismus hat Barack Obama recht nüchterne Worte gefunden nach der Vereidigung. Gemessen an seiner aufwühlenden Rede in der Wahlnacht am 4. November blieb der Appell an Tatkraft und Wir-Gefühl seiner Landsleute fast unterkühlt. Nicht Triumph oder Verheißung, sondern Demut und Verantwortung prägten den Ton. Das unselige Erbe der Ära Bush lastet bereits auf den Schultern dieses schmächtigen Mannes, der so viel Hoffnung in seinem Land und in der ganzen Welt weckt. Obama hat bereits die Umrisse seines künftigen Wirkens skizziert und ist dabei so deutlich auf Distanz gegangen zu seinem Vorgänger, wie es bei diesem feierlichen Anlass gerade noch möglich war. Seine Berufung auf die amerikanischen Tugenden, seine Hinweise auf Friedfertigkeit, Mitmenschlichkeit und Toleranz waren die Abkehr vom Freund-Feind-Denken der Ära Bush. Die Abkehr vom Vertrauen vor allem auf militärische Stärke und von der Meinung, hehre Ziele wie Demokratie und Freiheit rechtfertigten allein Methoden, die weder mit Menschenrechten noch US-Verfassung in Einklang zu bringen sind. Historisch war der Tag nicht nur, weil erstmals ein Afro-Amerikaner US-Präsident geworden ist. Historisch war er besonders, weil sich der Führer der letzten verbliebenen Großmacht der Welt glaubwürdig auf deren demokratische Tradition und Werte besinnt. Die Hoffnung der Welt ist gerechtfertigt.

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