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Südwest Presse: Kommentar zu Ratiopharm

    Ulm (ots) - Die Ratiopharm-Mitarbeiter durchleben schwere Zeiten. Am einem Tag versetzt sie der Freitod des Firmenpatriarchen Adolf Merckle in Aufruhr, am nächsten der angekündigte Verkauf des Unternehmens. Die eingeleitete Zerschlagung des Merckle-Firmenimperiums weckt Sorgen um die Sicherheit der Arbeitsplätze, denn die goldenen Zeiten für Hersteller von Nachahmerpräparaten sind vorbei. Doch die Mitarbeiter haben Grund zur Hoffnung. Die beste Nachricht für sie ist, dass ein Treuhänder sich um den Verkauf kümmern wird. Der ist nicht nur den Banken verpflichtet, von denen manche nur rasch ihre Schulden bedient haben wollen, sondern allen Gläubigern und damit auch der Familie Merckle, die den Übergang bestmöglich gestalten will. Zu einem schnellen Notverkauf wird es ohnehin nicht kommen. Denn damit würden über Jahrzehnte aufgebaute Werte vernichten. Daran kann niemand Interesse haben. Die beste Lösung für die Ratiopharm-Mitarbeiter wäre wohl eine Übernahme durch einen forschenden Arzneimittelhersteller. Damit ginge nach Hexal das zweite große deutsche Generika-Unternehmen an einen Pharmariesen, was zweifelsohne das Generika-Geschäftsmodell torpedieren würde. Denn die Branche lebt davon, Pharmariesen vom ersten Tag nach Ablauf eines Patents Konkurrenz zu machen. Doch die Ratiopharm-Beschäftigten erhielten einen vergleichsweise sicheren Arbeitgeber.

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