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Südwest Presse: Kommentar zu Christian Klar

    Ulm (ots) - Sie werden ihn verfolgen mit Kameras und Mikrofonen. Ob Christian Klar, der entlassene RAF-Häftling, sich ihnen dauerhaft wird entziehen können, ist zu bezweifeln. Zu hemmungslos, schrill und degeneriert sind Teile unserer Medienwelt, als dass sie Klars Wunsch auf Privatsphäre und Resozialisierung so einfach respektieren würden. Jawohl, respektieren. Klars Haltung verdient Respekt, selbst wenn er kein Reue zeigt und damit selber den notwendigen Respekt vor Angehörigen der Opfer seiner Gewalt vermissen lässt. Aber: Dass der Ex-Terrorist sich nun nicht öffentlich präsentieren möchte, sollte geachtet werden. Der Gedanke, dass Klar sich den privaten TV-Plaudertaschen des Nachmittags aussetzt oder durch die öffentlich-rechtlichen Talkshows des Abends gereicht wird, ist absurd. Klars Biografie spricht dafür, dass er dem Lockruf des Geldes nicht einfach erliegt, auch wenn es nur eine Frage der Zeit ist, bis Biografien erscheinen. Christian Klar ist jetzt, was tausende andere sind: Ein Mensch, der sich bewähren muss. Nachdem er sein halbes Leben inhaftiert war, gesteht ihm der Rechtsstaat zu, was dem Rechtsstaat gut ansteht: Er gewährt die Chance auf ein Rest-Leben in Freiheit. Wie es aussehen soll, geht keinen was an. Maßgeblicher ist, dass der Staat ehemalige Terroristen behandelt wie alle anderen Straftäter. Das ist Menschenrecht und zeugt davon, was diesen Staat so stark macht: seine humanitären Grundfesten.

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