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Südwest Presse: Kommentar zu Afghanistan

    Ulm (ots) - Wenn in der Wirtschaft ein Engagement als Fehlinvestition erkannt wird, dann gibt es eine klare Regel: Man darf schlechtem Geld kein gutes hinterherwerfen, sondern muss einen Schlussstrich ziehen. Beim Truppeneinsatz in Afghanistan ist es höchste Zeit, ehrlich Bilanz zu ziehen, ob die Invasion nach dem Terror in den USA im September 2001 nicht als Fehlentscheidung bewertet und beendet werden muss, so schnell es eben vertretbar ist. Wenn der neugewählte US-Präsident Obama und die Militärs des Landes das Gegenteil verkünden, dann ist das eine böse Botschaft. Denn sie wird Folgen haben auch für den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch. Natürlich bleiben die Ziele der Invasion dort ehrenwert. Es galt, eine menschenfeindliche Diktatur zu beenden und das von ihr gedeckte Terrornetzwerk Al-Kaida zu vernichten. Doch diese Ziele werden erkennbar verfehlt. Zwar wurde das Taliban-Regime aus Kabul vertrieben, doch ist ein Ende der Mullah-Herrschaft in weiten Teilen des Landes nicht absehbar. Die erreichten Menschenrechtsverbesserungen wurden teuer erkauft. Die Bedingungen für den zivilen Aufbau in Afghanistan werden schlechter. Der Eindruck, der kriegerische Anti-Terroreinsatz schaffe weltweit mehr neuen Terrorismus, als er ausrotte, ist begründet. Die beste Anti-Terrorstrategie bleibt die Bekämpfung der Ursachen. Dafür braucht es aber nicht noch mehr Bomben und Soldaten.

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