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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Krippenplätze

    Ulm (ots) - Baden-Württemberg macht Fortschritte beim Ausbau der Krippen- und Kitaplätze für die Kleinsten, auch im Vergleich mit anderen westdeutschen Flächenländern. Das ist die gute Nachricht. Für Jubel besteht indes kein Anlass. Dafür ist die Ausgangsbasis zu bescheiden. Wenn inzwischen für jedes siebte Kind unter drei Jahren im Südwesten ein Betreuungsangebot besteht, ist das im internationalen Vergleich allenfalls Mittelmaß. Immerhin: Bis 2013 soll es für jedes dritte Kleinkind einen Platz in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter geben. Bislang liegt das Land im Ausbauplan. Dem eigenen. Nicht dem der Eltern. Noch einige Jahre wird der in Deutschland besonders heftig geführte Glaubenskrieg um die Frage nachwirken, was denn besser ist fürs Kleinkindwohl: Mama oder Krippe? Dass die Wahl die Eltern selbst treffen sollen: Auf diese eigentlich nahe liegende Antwort ist die Politik erstaunlich spät gekommen. Nun holt sie im Westen - der Osten weist historisch bedingt stark überdurchschnittliche Betreuungsquoten auf - nach, was lange versäumt wurde. Und siehe da: Das Angebot wird genutzt. Der Druck der Eltern, die um ihre neuen Möglichkeiten und den kommenden Rechtsanspruch wissen, ist sogar so groß, dass sich die Kommunen schwer tun, die fortschreitenden Erwartungen zu erfüllen. Wer Fortschritte lange verzögert, kann nicht mit viel Dankbarkeit rechnen, wenn sie dann doch kommen.

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