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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Konfliktbarometer

    Ulm (ots) - Es brennt. Nicht nur ein paar Räume, sondern zwei komplette Etagen: Die Welt steht in einem Gürtel von der Türkei im Westen bis nach Indien und Thailand im Osten in Flammen. Und ein Stockwerk tiefer in Zentralafrika schlägt das Feuer auch hell lodernd aus den Fenstern. Ein Blick auf die Weltkarte des "Konfliktbarometers" des Heidelberger Instituts für internationale Konfliktforschung zeigt deutlich die beiden schwersten Brandherde der Welt: Von den 39 gezählten "hochgewaltsamen Auseinandersetzungen" fanden 35 in den beiden genannten "Stockwerken" statt. Die Karte zeigt auch Inseln des Friedens: Eine davon ist Westeuropa. Im Gegensatz zu den USA wohnen die Europäer aber Wand an Wand mit dem Flammenmeer. Angesichts dessen wird es Zeit, dass sich die EU den Feuerwehrhelm aufsetzt und beginnt zu löschen. Anders als der selbst ernannte - und oft auch vorgeschobene - Weltpolizist USA, der lieber zur Kanone als zur Feuerspritze greift, verfügt Europa über ein besonders wirksames Löschmittel: Glaubwürdigkeit. Die Politiker müssen diese schleunigst aus dem Keller holen. Das Wichtigste dabei: Mit einer Stimme sprechen. Das wird zwar nicht immer sofort funktionieren, Testosteron-gesteuerte Politiker im Kaukasus und in Russland sind taub für gute Argumente. So lange vor allem die Franzosen in Afrika ihr eigenes, postkoloniales Süppchen kochen, wird sich auch dort nichts ändern. Besonders gefordert ist Berlin, das sich als internationaler Vermittler immer noch schwertut. Dabei hat Deutschland einen erfolgreichen Friedensstifter im Köcher: wirtschaftlichen Erfolg und damit politische Stabilität.

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