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Südwest Presse: Kommentar: Autokonzerne

    Ulm (ots) - Es wird Zeit, dass die drei US-Autobauer endlich pleitegehen. Denn nur dann kann es besser werden. Schlecht geführt, hochverschuldet, planlos - und dazu uneinsichtig: so präsentieren sich General Motors, Ford und Chrysler derzeit. Wer mit 40 Milliarden Dollar Miesen dasteht, darf sich nicht wundern, wenn der Senat weitere 15 Milliarden für rausgeworfenes Geld hält. Dafür springt jetzt derjenige ein, der Geld stets mit vollen Händen ausgibt: Präsident Bush. Der einzig gangbare Weg ist aber eine Insolvenz mit Gläubigerschutz. US-Airlines fliegen zum Teil seit Jahren unter diesem Chapter 11 und werden saniert. Doch dies ist nur der erste Schritt. Der zweite sind andere Chefs. Statt Finanzexperten brauchen die Konzerne Menschen an ihrer Spitze, die in Autos mehr als nur Produkte zum Geldverdienen sehen. Leiter, die Innovationen vorantreiben, Mut haben, mehr Design wagen und Autos lieben. Drittens müssen sich Konzerne zusammenschließen und zukunftsfähige Modelle entwickeln. Fiat-Chef Sergio Marchionne geht künftig von nur noch sechs Autobauern aus - weltweit. Die Leitung der Konzerne muss den Managern entrissen werden, auch, weil viele menschliche Schicksale daran hängen. Kein Hilfspaket ist nötig, sondern - wie in Entwicklungsländern - Hilfe zur praktischen Selbsthilfe. Die US-Autobauer sind im Kern verfault. Was es braucht, ist ein großer Schnitt. Geld allein reicht da nicht aus.

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