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Südwest Presse: Kommentar zum Nobelpreis

    Ulm (ots) - Keine Frage, Harald zur Hausen ist ein Mediziner, der für seine Forschung hohe Auszeichnungen, auch den Nobelpreis, verdient hat. Ihm ist abzunehmen, dass er eine Impfempfehlung gegen Gebärmutterhalskrebs aus seinen Erkenntnissen über die Erkrankung ableitet. Weitaus haariger steht es um die Reputation derjenigen, die Nobelpreisträger aussuchen. Wenn zwei Herren des fünfköpfigen Komitees mit einem Pharmakonzern verbandelt sind, der gewaltige Summen mit Patenten und Lizenzgebühren für den Impfstoff gegen diesen Krebs verdient, kann die Wahl nicht als unbeeinflussbar gelten. So naiv kann kein Juror sein, dass er den Interessenkonflikt zwischen seinem Aufsichtsratposten bei dem Unternehmen und als Preisverleiher nicht wahrnimmt. Die These, dass die Jury in einer Welt ohne Geld lebt, reicht nicht aus, um den Verdacht der Einflussnahme zu entkräften. In Schweden wie Deutschland mischt sich die Pharmaindustrie massiv in die Zulassung von Medikamenten ein. Sie zieht alle Register, um Ärzte, Politiker, Beamte oder Medien für sich zu gewinnen. Wissenschaftlern kann dies etwa beim Impfstoff zum Gebärmutterhalskrebs nicht entgangen sein. Will die Nobel-Stiftung daher das Renommee ihrer Preise erhalten, muss sie Regeln finden, um den bitteren Beigeschmack der Bestechlichkeit loszuwerden. Sie schadet sich selbst, vor allem aber den Preisträgern und deren Lebensleistung.

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