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Südwest Presse: Kommentar: Köhler

    Ulm (ots) - Respekt, Horst Köhler! Der Bundespräsident hat den Bankern kräftig die Leviten gelesen, und das war auch dringend nötig. Zum einen weil seine Stimme in der Finanzmarktkrise bisher für die Bürger nicht laut genug zu vernehmen war. Zum anderen weil die Einsicht vieler Spitzenmanager, Schuld an der drohenden weltweiten Rezession zu tragen, skandalös gering ist. Zeigt nicht auf die anderen, sondern gebt zu, dass ihr selbst Fehler gemacht habt - das ist Köhlers zentrale Botschaft. Die Banker sind erst einmal die Treuhänder der Sparer und nicht die Maximierer des eigenen Profits. Sie müssen sich um die Opfer der Krise kümmern, und sie dürfen insbesondere die mittelständischen Firmenkunden nicht im Stich lassen. Denn es gibt sehr wohl eine Kreditklemme. Immer häufiger ist von Unternehmen zu hören, die Probleme haben, Darlehen zu vernünftigen Konditionen zu bekommen. Zu Recht mahnt Köhler die Tugenden des soliden Bankiers an, der auf den langfristigen Erfolg seiner Kunden achtet. Doch vor ihm in Frankfurt saßen offenbar lauter Banker, die vom Profitstreben getrieben werden. In ihrer Arroganz begreifen sie Köhlers Botschaft nicht: Es geht nicht nur um ihre Glaubwürdigkeit, sondern um die des Systems der Freiheit. Wenn die Manager nicht das Vertrauen der Bürger zurückgewinnen, sägen sie an dem Ast, auf dem sie selbst es sich so komfortabel eingerichtet haben. Geld macht offenbar nicht nur gierig, sondern auch dumm.

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