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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Autoindustrie

    Ulm (ots) - Irgendwas läuft schief in Brüssel. Die EU will Autobauer dazu bringen, abgasarme Fahrzeuge herzustellen. Damit soll die Umwelt entlastet und der technische Fortschritt vorangetrieben werden. Wenn Autofirmen das nicht wollen oder können, müssen sie Strafe zahlen. Jetzt glaubt aber EU-Industriekommissar Günter Verheugen, die Autohersteller brauchen Geld, um die geplanten EU-Klimaschutzauflagen erfüllen zu können. Die EU will also Hersteller bestrafen und ihnen gleichzeitig dabei helfen, Klimaschutzauflagen zu erfüllen. Sinnvolle Politik sieht anders aus. Richtig ist: Allein in Deutschland gibt es fünf Millionen Autos, die älter als 15 Jahre sind. Diese verpesten nicht selten die Umwelt und schlucken zu viel Benzin. Es müssen also die Käufer dazu gebracht werden, umweltgerechte Autos zu kaufen. Wenn es eine Nachfrage gibt, wird es auch ein Angebot geben. Dann kommt der Wettbewerb in Schwung. Brüssel sollte dafür sorgen, dass EU-weit Verschrottungsprämien für alte Stinker gezahlt werden, es eine Kfz-Steuer gibt, die sich nach dem CO2-Ausstoß richtet und die Käufer ökologisch sinnvoller Autos unterstützt werden. Die Autohersteller haben nicht zu wenig Geld. Sie haben Schwierigkeiten, zukunftsfähige Produkte zu verkaufen. Autobauer und -zulieferer müssen sich zusammensetzen, ihr Hirn und ihr Wissen koordinieren, sich gegenseitig helfen und am Auto der Zukunft forschen. EU-Kredite verlängern nur das Leiden.

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