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Südwest Presse: Kommentar zur Börse

    Ulm (ots) - Wie stark der globale Finanzmarkt vernetzt ist, zeigt sich jetzt an einer Stelle, die bislang kaum im Blickpunkt des Interesses war: Fast alles fällt derzeit an den Finanzmärkten - nur die japanische Währung legt einen atemberaubenden Höhenflug hin. Der Yen verteuerte sich seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar um fast 30 Prozent. Wie das? Normalerweise steigt der Wert einer Währung, deren Land wirtschaftlich stark ist. Hauptverursacher der Rekordjagd des Yen ist ein alter Bekannter: die Verunsicherung infolge der Finanzkrise. Yen-Kredite waren bisher zu niedrigen Zinsen zu haben. Großinvestoren wie Hedgefonds nutzten dies aus; sie verschuldeten sich in Yen und legten das geliehene Geld in Währungen oder andere Vermögenswerte an, von denen sie sich höhere Renditen versprachen. Jetzt aber lösen die Investoren ihre risikoreicheren Engagements auf. Das steigert die Nachfrage nach der japanischen Währung - und deren Kurs. Die unangenehme Folge: Japans Exporte werden sehr teuer, das bedroht die Wirtschaft eines der immer noch wichtigsten Länder der Welt. Und auf diese Bedrohung einer ausufernden Rezession reagieren die Börsen derzeit panikartig. Daher ist uns Tokio näher als wir glauben. Es hilft kein Lamentieren über die Mechanismen der Finanzindustrie. Mehr Sinn macht, die Währungspolitik besser aufeinander abzustimmen. Das schafft Vertrauen - in Tokio und anderswo.

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