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Südwest Presse: Kommentar zu ICE

    Ulm (ots) - Stillgelegt. Für die Bahn, die täglich Millionen Passagiere befördert, ist das der Super-Gau. Allerdings wäre es falsch, jetzt reflexartig wieder auf das Unternehmen und dessen Chef Hartmut Mehdorn einzudreschen. Der hat diesmal alles richtig gemacht und die ICE-T-Züge vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Die Schuld liegt bei den Herstellern der Züge. Siemens und Bombardier verhalten sich wie Kinder im Sandkasten, die sich wegen einer eingestürzten Sandburg balgen. Jeder schreit so laut er kann: "Ich war's nicht." Sie berufen sich stereotyp darauf, die in Verruf geratenen Achsen nach den damals gültigen Normen hergestellt zu haben, außerdem hätten die Aufsichtsbehörden die Züge doch so genehmigt. Seit den ersten Fahrten der Züge vor zehn Jahren hat sich allerdings etwas geändert. Das Eisenbahnbundesamt - die Behörde, die die Züge genehmigte - hat die von den Herstellern empfohlenen Wartungsintervalle immer weiter verkürzt. Und Siemens? Die Firma hält weiterhin Prüfungen erst nach mehreren 100 000 Kilometern für ausreichend. Da das nach dem Unfall in Köln und dem zuletzt gefundenen Riss offensichtlich nicht reicht, fragt sich nicht nur Mehdorn, ob Siemens etwas zu verbergen hat. Es wäre wünschenswert, wenn das einstige deutsche Vorzeigeunternehmen bei der Sicherheit der Bahnfahrer die gleiche Offenheit zeigen würde wie mittlerweile in der internen Korruptionsaffäre.

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