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Südwest Presse: Kommentar zur Finanzkrise

Ulm (ots) - Drei Viertel der Deutschen machen sich um ihr Erspartes keine Sorgen. Welch eine Beruhigung in unruhiger Zeit! Tatsächlich haben Sparer auch keinen Grund zur Panik. Trotz aller Turbulenzen um Beinahe-Pleiten von Banken, um Milliarden-Garantien für Geldhäuser, die auf finanziellem Giftmüll sitzen - noch ist kein Euro auf einem Sparkonto verloren gegangen. Wenn EU-weit jetzt die Garantiesummen erhöht und eine Rückzahlung innerhalb dreier Tage garantiert werden soll, so ist dies natürlich im Sinne der Vereinfachung und Vereinheitlichung des Verfahrens begrüßenswert. Die anderen Themen, mit denen sich der EU-Gipfel beschäftigt, sind ungleich schwieriger abzuarbeiten. Es geht um nicht weniger als darum, Vorkehrungen gegen die Exzesse zu treffen, die den Finanzmarkt an den Rand des Kollapses gebracht haben. Es geht darum, europaweit ein Regelwerk an Transparenz, Kontrolle und Sicherheit einzubauen, wie es für normale Geschäftsbanken etwa in Deutschland üblich ist. Dazu ist auch Großbritannien bereit, das sich reumütig in den Kreis der Kritiker seiner früheren Finanzpolitik ohne Aufsicht einreiht. Wichtig ist jetzt vor allem Gemeinsamkeit. Nationale Lösungen sind auf grenzenlosen Finanzmärkten zum Scheitern verurteilt und zum Schaden der anderen. Europa könnte zum Vorreiter einer neuen globalen Finanzarchitektur werden. Für dieses Ziel lohnt sich jede Mühe auf dem Gipfeltreffen. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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