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Südwest Presse: Kommentar zur Finanzkrise

    Ulm (ots) - Professionelles Krisenmanagement sieht anders aus: Die Leitzinssenkung der wichtigsten Notenbanken rund um den Globus kam viel zu spät und fiel zu allem Überfluss für eine Einzelaktion auch noch zu hoch aus. Dabei war und ist eine Gemeinschaftsaktion der Währungshüter die einzige mögliche Antwort auf die sich immer weiter aufschaukelnde Finanzkrise. Doch statt des dringlichen Beitrags zur Beruhigung der Gemüter besteht jetzt die große Gefahr, dass der Schuss nach hinten losgeht und der harte Zinsschnitt als weiterer höchstamtlicher Akt in dem Finanzmarktdrama gesehen wird. Dass genau diese Einschätzung gestern auch auf dem Börsenparkett rasch die Oberhand gewann, kann man beim besten Willen nicht als beruhigend empfinden. Dies ist umso ärgerlicher, als die Zentralbanker lediglich dem Schulbeispiel der Bundesbank hätten folgen müssen für eine gleichermaßen behutsame wie zielstrebige Geldpolitik: Trippelschritte - und zwar beizeiten. So hätte die zwingend notwendige Reaktion von EZB, Fed und Co. auf die aktuelle Finanzkrise aussehen müssen. Jetzt bleibt nur noch die Hoffnung, dass wenigstens in Zukunft diese bestens bewährte Strategie zum Tragen kommt. Denn dies steht außer Frage: Die gestrige Leitzinssenkung war ein erster Schritt. Weitere müssen folgen - und zwar zeitnah. Alles andere wäre eine Krisenverschärfungspolitik.

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