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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Afghanistan

    Ulm (ots) - Seit fast sieben Jahren ist die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Wenn man dem ehemaligen Verteidigungsminister Peter Struck folgt, dann geht es bei dieser Mission am Hindukusch auch um Deutschlands Sicherheit. Ein durchaus plausibler Ansatz, denn an der fernen Front bekämpfen unsere Soldaten gemeinsam mit Verbündeten aus 40 Ländern einen Feind, der sich nicht nur dem Aufbau eines demokratischen Staates widersetzt, sondern alles unternimmt, damit das Land wieder in die Hände eines Regimes fällt, das den internationalen Terrorismus fördert. Das Dilemma ist nun, dass durchgreifende Erfolge der militärischen Operationen in Afghanistan ausbleiben und damit auch die zivile Komponente der Hilfsaktion immer wieder in Frage gestellt wird. Die Weltöffentlichkeit zweifelt zunehmend an einem Konzept, das auf die Wirkung von Bomben ebenso setzt wie auf die Segnungen von öffentlichen Schulen und privaten Entwicklungsprojekten. Diese Doppelstrategie mag alternativlos sein, doch die Politik hat es versäumt, den Menschen die Wahrheit über mögliche Opfer und Rückschläge zu sagen und um Geduld zu werben. Noch haben die Bundesregierung und eine deutliche Mehrheit des Bundestages den Mut, an der unpopulären Mission festzuhalten. Wenn sich aber nicht bald erkennbare Fortschritte einstellen, könnte sich das Blatt nach der Wahl im September 2009 wenden. Die Zahl der Wankelmütigen nimmt zu.

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