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Südwest Presse: Kommentar zur Gesundheitsdemo

Ulm (ots) - Wenn die schiere Masse den Ausschlag gibt, dann müssen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und die Bundestagsabgeordneten tief beeindruckt sein: 135 000 Schwestern, Ärzte und Klinikchefs brachte das Aktionsbündnis zur Rettung der Krankenhäuser auf die Beine, mehr als doppelt so viele wie erwartet. Noch eindrucksvoller wäre die größte Demonstration im Gesundheitsbereich allerdings gewesen, wenn die Klinikmitarbeiter nicht in ihrer Arbeitszeit auf die Straße gegangen wären. Doch sie bekamen den Tag zumeist angerechnet. Da zudem die Fahrkosten von den Kliniken getragen wurden, entsteht leicht der Verdacht, dass die Krankenkassenmitglieder es bezahlen müssen, wenn die Schwestern auf die Straße gehen, um Druck für mehr Geld für sich und ihre Kliniken zu machen. Trotzdem wird die Politik an dem Massenprotest nicht so einfach vorbei kommen. Zumal sie, namentlich Ulla Schmidt, kräftig applaudiert hat, als die Arbeitnehmer kräftige Tariferhöhungen durchsetzten. Dann muss sie den Kliniken auch sagen, wie sie dies finanzieren sollen. Ihnen einfach nur die Hälfte als Zuschlag zuzugestehen, ist keine Lösung. Keiner kann daran interessiert sein, dass die Krankenhäuser beim Personal ausbluten. Genau das passiert aber. Allerdings wäre es auch nicht gut, ihnen einfach jede Forderung zuzugestehen - denn dann explodieren unsere Kassenbeiträge. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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