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Südwest Presse: Kommentar zur Korruption

    Ulm (ots) - Wer in Entwicklungsländern Bestechungsgelder zahlt, macht sich mitschuldig an Hunger, Armut und Tod. Dieser Vorwurf der Antikorruptionsorganisation Transparency International wiegt schwer. Er geht immer noch auch an die Adresse deutscher Unternehmen. Nach dem Siemens-Skandal sind die großen Konzerne sensibler geworden. Das Problem sind jetzt mehr die kleineren Firmen, der Mittelstand, also das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Das ist nicht nur traurig und beschämend, sondern auch kurzsichtig. Sicher verzichtet keiner gern auf einen lukrativen Auftrag. Da fällt schnell ein Satz wie, man müsse "mit den Wölfen heulen". Doch letztlich untergräbt dies das eigene Geschäft. Etwa wenn Rechnungen nicht einzutreiben sind, weil ein Land keinen vernünftigen Rechtsschutz bietet. Doch Korruption ist nicht nur ein Problem in Bananenrepubliken. Das zeigt sich schon daran, dass Deutschland beim Korruptionsindex nur auf Platz 14 liegt. Auch hierzulande wird noch geschmiert, ob bei großen Bauprojekten oder anderen Aufträgen. Besonders erstaunlich ist, dass die Bundesrepublik bis heute nicht die UN-Konvention gegen Korruption unterschrieben hat. Denn die Bundestagsabgeordneten wollen Abgeordnetenbestechung nicht stärker unter Strafe stellen. Das stellt sie - hoffentlich unnötig - in ein schlechtes Licht: Wer eine saubere Weste hat, kann dem Beispiel von 120 anderen Staaten problemlos folgen.

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