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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Studiengebühren

    Ulm (ots) - Was tun mit der Campus-Maut? Das fragt sich insgeheim so manche baden-württembergische Hochschule, die seit Einführung der Studiengebühren ihren Bedarf an Beamern gedeckt und schon genügend neue Tutorenstellen und Sprachkurse eingerichtet hat. Immerhin summieren sich die Gebühreneinnahmen auf knapp 180 Millionen Euro pro Jahr. Laut Gesetz sollen die Gebühren der "Verbesserung der Lehre" dienen - ein schwammiger Begriff. Was verbessert die Studienbedingungen wirklich - und was nicht? Nicht immer ist die Grenzüberschreitung so klar wie beim anfänglichen Versuch mancher Rektoren, die zusätzlichen Mittel für steigende Heizkosten zu verwenden. In solchen Fällen vermuten die Gebühren-Gegner mit Recht, dass die Campus-Maut entgegen den politischen Versprechen über die Hintertür die öffentlichen Haushalte entlasten soll. Nun will Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) mit den Gebühren-Geldern nicht nur wissenschaftliche Hilfskräfte, sondern auch 300 zusätzliche Stellen für Professoren finanzieren. Das dient der Verbesserung der Lehre sicher mehr als die Anschaffung weiterer Beamer - so sich die Professoren der Lehre und nicht der Forschung widmen. Letzteres müsste die Hochschule dann aus ihrem normalen Etat zahlen. Das zeigt einmal mehr, dass die Praxis der Gebührenverwendung der kritischen Begleitung und Beobachtung der Öffentlichkeit bedarf.

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