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Südwest Presse: Kommentar zur Lohnpolitik

Ulm (ots) - Jetzt haben die Allermeisten wieder einmal Schwarz auf Weiß, was sie ohnehin allmonatlich bitter erfahren müssen, weil ihnen das Geld bestenfalls knapp reicht: Der kräftigste Aufschwung, den die Republik seit dem Vereinigungsboom gesehen hat, geht an den Beschäftigten vorbei. Schlimmer noch: Sie müssen mit einem Reallohn-Minus von einem knappen Prozent sogar eine Verarmung hinnehmen. So gesehen steht außer Frage, wer den Preis dafür zu zahlen hat, dass Deutschland Exportweltmeister ist: Es sind die Arbeitnehmer. Keine Frage, die zurückhaltende Lohnpolitik war vor eineinhalb Jahrzehnten richtig, weil die heimischen Firmen damals an den Weltmärkten reihenweise abgehängt wurden. Das alleinige Schielen auf die globale Konkurrenzfähigkeit bedeutet allerdings seit längerem bereits, über das Ziel hinauszuschießen. Maßvolle Tarifabschlüsse gehören seit Jahr und Tag bereits ergänzt um ordentliche, zuletzt wegen massiv gestiegener Gewinne, sogar um satte Einmalzahlungen. Dann wären die Beschäftigten am globalen Erfolg ihrer Unternehmen beteiligt - und zwar ohne Nachteile für deren Wettbewerbsfähigkeit. Doch dafür hätte es bei Arbeitgebern wie bei Gewerkschaften Persönlichkeiten bedurft, die über die eigene Hutschnur hinausblicken und das volkswirtschaftliche Ganze in Augenschein nehmen können. Aber vielleicht ändert sich das ja in der heraufziehenden Tarifrunde der Metallindustrie. Pressekontakt: Südwest Presse Lothar Tolks Telefon: 0731/156218 Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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