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Südwest Presse: Kommentar zur Finanzkrise

    Ulm (ots) - Die Einschläge werden heftiger und gehen in immer kürzeren Abständen auf die Finanzwelt nieder. Kaum zwei Wochen nach der Rettung zweier US-Immobilienfinanzierer geht jetzt das Investmenthaus Lehman Brothers in die Knie. Das Erstaunliche dabei: Erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise steht die US-Regierung nicht mehr rettend zur Seite. Über die Gründe darf spekuliert werden. Fakt ist: Alle früheren Stützungsmaßnahmen halfen nicht, den Markt insgesamt zu stabilisieren. Und das, obwohl zweistellige Milliardenbeträge in das kranke, durch Gier, Unvernunft und wider alle marktwirtschaftlichen Regeln aufgeblähte System gepumpt wurden. Die Sanierung dieses Irrsinns zahlte am Ende der Steuerzahler. Möglicherweise wollte oder kann die US-Regierung ihren Bürgern diese Dauersubventionitis nicht mehr länger zumuten. Vielleicht hat sie auch eingesehen, dass sie noch so viel Geld in ihre maroden Banken pumpen, aber sie dennoch nicht vor dem Kollaps retten kann. Schon klopft der nächste Wackelkandidat an der Tür. Der Versicherungskonzern AIG, noch vor Monatsfrist dem Finanzriesen Allianz haushoch überlegen, kämpft ums Überleben. Er ist offenbar nicht mehr kreditwürdig. Genau darin liegt das Problem für die gesamte westliche Wirtschaft, auch die deutsche: Dass die gesunden Banken Gelder nur noch sehr eingeschränkt vergeben und damit Investitionen und Wachstum ausbremsen.

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